Die neue Arbeit. Wissensarbeiter. Knowledge-driven-work. Alles Schlagworte, die beschreiben, das wir Menschen (mal wieder) in einem tiefgreifenden Wandel unserer Gesellschaft gefangen sind. Nachdem die industrielle Revolution Leben, Wohnen und Arbeiten an unterschiedliche Orte verteilt hat, ändert sich die Form wie und wo wie Arbeiten erneut. Der moderne Wissensarbeiter, der nur sein Laptop (und einen Zugang zum Netz) benötigt um seiner Arbeit nach zu gehen, steht vor der Herausforderung sich seinen Alltag alleine zu strukturieren. Es bestehen nur noch lose Vorgaben. Der Ort der Arbeit wird relativ bedeutungslos. Menschen sind aber nun einmal soziale Wesen, die im Austausch mit anderen Menschen stehen. Und so entsteht bei den Prototypen der Individualisierung das verlangen danach, Räume zu finden, an denen er mit anderen in Kontakt treten kann. Neues Schlagwort: Workspaces. In Berlin gibt es das Hallenprojekt. Es wurde mitinitiert von Frithjof Bergmann (Neue Arbeit – Neue Kultur e.V.), der sich bereits seit vielen Jahren mit der neuen Arbeit und der daraus entstehenden Kultur beschäftigt.
Im Zusammenhang mit dieser neuen Arbeit steht die Frage, wie man dieses Wissen organisiert und damit benutzbar macht. Eine Form dieses Wissen “findbar” zu mache, sind Metadaten. Diese Metadaten, z.B. Tags, beschreiben den Inhalt der Quelle. Sie kennzeichnen die Unzahl an digitalen Ressourcen die mittlerweile verfügbar sind. Waren es in der vordigitalen Ära Experten, z.B Bibliothekare, die diese Metadaten kreierten, sind in der digitalen Ära neben den Experten-Metadaten nun auch “User Generated-Metadaten” und automatisch erzeugte Metadaten verfügbar. Martin Memmel gab in der Session “Sagt wer? Metadaten im Web.” einen sehr interessanten Ausblick auf dieses Thema. Im Zusammenhang mit der Frage nach dem Uhrheberrecht im Netz, stellt sich im Bezug auf Metadaten, die Frage nach Meta-Metadaten. Wem “gehören” die erzeugten Metadaten?
Einen völlig neuen Weg mit Wissen und digitalen Resourcen zu arbeiten stellte Jörg Richter, der Entwickler von DeepaMehta vor.
DeepaMehta ist eine Plattform zum Wissensmanagement. Wissen wird hier in einem semantischen Netzwerk abgebildet und ist kollaborativ nutzbar. Grundlage für die Gestaltung des Interfaces sind Ergebnisse der kognitiven Psychologie. DeepaMehta versucht auf die individuellen Prozesse über die Menschen ihr Wissen strukturieren einzugehen. Anstatt für jede Datei ein neues Fenster und für jeden Dateityp ein eigenes Programm zu verwenden, die in vielen Ordner verteilt auf dem Computer liegen, arbeitet man mit DeepaMehta in einem einzigen Fenster. Dokumente, Emails, Adressen, Internetseiten usw. werden in der Form einer Mindmap dargestellt. DeepaMehta steckt noch in der Entwicklung, besitzt aber bereits riesiges Potential!
Mehr zum dritten Tag der re:publica 08 gibt es in den kommenden Tagen.
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