Auch wenn es eigentlich ein EduCamp ist, es also um Bildung, Lernen und das Netz geht, habe ich mir gerade eine Session zu “Web 2.0 in China” (Oliver Ueberholz) angeschaut. Hier meine Notizen:
China 160 Mio. – 220 Mio. User / ca. 16 % Penetration (vgl. USA 210 Mio. / 69 % Penetration)
In China surft man im Internetcafe -> Internet und Medien werden gemeinsam mit Freunden genutzt. (historische Gründe: (Breitband-)Zugänge waren sehr teuer. Internetcafes als zentrale Orte des sozialen und persönlichen Lebens. Das Netz ist bunter. Alle Chinesen haben eine Schriftsprache (simplified chinese und traditional chinese)
Baidu statt Google (-> nur in Shanghai ein Googlemarktanteil von 20 %). Baidu ist aber nicht nur Suchmaschiene, sondern großes Portal mit einer Vielzahl an Services. Konkurent zu Baidu ist Sina.com.cn (darf Nachrichten publizieren, kommt aus der Content Ecke)
Blogging gibt es kaum – Dienste wie Blogger existieren praktisch nicht. Westliche Dienste kommen sehr schlecht an und haben kaum Chancen auf Erfolg.
Alibaba.com als Alternative zu Amazon.com -> eines der wenigen internationalen Angebote (englisch)
Tudou.com -> Youtube.com. Insgesamt ca. 160 Videoportale in China. Tudou (Couchpotatoe) versucht über Kooperationen mit Filmhochschulen u.a. ein Alleinstellungsmerkmal zu erlangen. Problem: “ungesunde Inhalte”, daher zeitweise Offline.
Mister Wong: erstes Unternehmen aus Deutschland, das auf dem Chinesischen Markt auftritt. Startprobleme, da man in China eine Netlicense braucht.
Kopien?
Alles wird kopiert. Wo bleibt die Innovation? Chinesische Angebote sind meist 1:1 Kopien von westlichen Angeboten.
Kulturelle Unterschiede
Kopieren als kultureller Wert. Etwas ist “kopierenswert” – im Grunde ein Kompliment. “Wir versuchen erst diesen Standard zu erreichen (Kopieren) und erst dann versuchen wir Innovationen zu entwickeln”. Soziale Orientierung an Freunden und Familie sowie Kollegen -> alle anderen sind Fremde. Persönliches und intimes wird nur mit engen Freunden und der Familie geteilt. Social Media bietet hier die Chance auf kulturelle Veränderung.
Kaum Real-Names in Social Networks.
Chinesen sind sehr passive Nutzer. Es wird kaum (persönlicher) Content veröffentlicht.
Innovation?
Innovation muss die kulturellen Ängste berücksichtigen. meet8.com -> Real-Names und sogar Handynummern. Warum schafft es dieser Dienst? Invite, drop-out von Mitgliedern die sich nicht an die Regeln halten aber auch diejenigen die diese Personen eingeladen haben. Anwendungen müssen an den chinesischen Markt angepasst werden und die kulturellen Besonderheiten berücksichtigen. fanfou.com (Twitter-Klon) erlaubt z.B. geschlossene Gruppen und bietet Mobile-Features speziell für den asiatischen Markt.
iPartment.com -> Zielgruppe: eigentlich Frauen, die sich ihre virtuelle Wohnung einrichten können. Nutzer “wohnen” ersteinmal “virtuell zusammen” und richten “virtuell” ihre gemeinsame Wohnung ein. Geburtstage werden in den virtuellen Wohnungen gefeiert.
darizi.com -> Portal zur Hochzeitsplanung. Hochzeit ist eines der wichtigsten sozialen und kulturellen Ereignisse in China. Bilder etc. aber auch direkter Kontakt zu Agenturen.
Zensur?
NetLicense -> sehr schwierig zu bekommen. Hat man sie einmal verloren besteht im Grunde keine Chance mehr sie wieder neu zu bekommen. Die NetLicense ist vorauseilender Gehorsam.
Insgesamt wird aber sehr wenig direkt zensiert. Die Unternehmen zensieren selbst, es ist nicht allein der Staat. Viele private Angelegenheiten werden nur real-world in einem sehr engen Kreis besprochen. Daher muss auch nur wenig zensiert werden. Das Thema Zensur gehört dabei selber zu einem der Themen über das man nicht öffentlich spricht, daher findet es auch im Netz nicht statt.
Zensur umgehen: picidae. Captures von Seiten (Bilder können nicht durchsucht werden), aber Links funktionieren.
Expansion
Chinesische Unternehmen zögern noch bei der Expansion. Der Grund dafür ist unter anderem, dass man Angst hat das Nicht-Chinesen Inhalte verbreiten die in China verboten sind und da man negative Folgen für das eigene Unternehmen befürchtet.
Copyright: Chinesische Unternehmen kopieren sich gegenseitig. Daher erste Klagen in China vor chinesischen Gerichten. Kopieren bekommt langsam einen negativen Touch (kulturelle Transmission aus der Kultur heraus).
Ausblick
Chinesen sind grundsätzlich sehr Innovationsfreudig. Der digital divide in China ist bereits sehr groß, das Problem wurde aber erkannt. Daher ist die Bereitschaft vorhanden stark in Infrastruktur zu investieren. Problem Arbeit in China: umso mehr Arbeiter es gibt, umso günstiger wird die Arbeit.
E-learning gibt es in China so gut wie gar nicht. Es gibt z.Z. ein Projekt vom Max-Planck-Institut. Typisch hier: direkt ein Internationales Team, das diese Plattform nun baut.
Da mich meine Diplomarbeit gerade zu sehr beschäftigt, konnte ich leider nur den ersten Tag auf dem zweiten Berliner Barcamp verbringen, das dieses mal in den Räumlichkeiten von cimdata stattfandt.Hier kurz ein paar Notizen und einen kleinen Linksammlung.Die Sessions die ich besucht habe, hatten alle den Fokus auf dem community Aspekt.
What can we learn from games? 10 game mechanics that will make your web community more successful.
sehr interessant. es geht im wesentlichen darum, wie man die prinzipien die aus spielen bekannt sind für den aufbau und den erhalt einer online-community nutzen kann. folien dazu gibt es hier.
Pfadfinder im Internet
wie können pfadfinder social networks benutzen um sich zu vernetzen. hier scheint insbesondere die frage, wie man eine community möglichst erfolgreich aufbauen kann und wie man sie bekannt macht. wie erfolgreich können hier bottom-to-top strategien sein, um communities für pfadfinder aufzubauen? die unterschiedlichen pfadfinderverbände nutzen das internet bislang kaum.
Social Graph Open Social
sehr spannend! der neueste streich von google. open social stellt ein system einheitlicher und offener schnittstellen dar, das es erlaubt anwendungen zu bauen, die an allen angeschlossenen netzwerken fuktionieren wie, LinkedIn, Ning, Friendster, XIBG uvm. für den nutzer ergibt sich daraus der vorteil, dass er seine daten, (seine netzidentität(en)) von einem social network zum anderen mitnehmen kann.aus meiner sicht ergibt sich vor allem die frage, was das motiv für google ist. man sollte dabei im hinterkopf behalten, dass es google immer darum gegangen ist, etwas “suchbar” und damit “findbar” zu machen. demnachst googelt man also am besten einfach nach neuen bekannten…an der frage von identität hängt noch ein ziemlicher rattenschwanz, was die weitere entwicklung des netzes angeht.wer verwaltet wie und wo meine/seine identität?
Die Session zu Commercial Communities habe ich leider auch bereits verpasst. Ich hatte aber kurz die Möglichkeit mich mit Herrn Hellmann zu unterhalten. Ziel seines Forschungsprojekts ist es, eine Antwort auf die Frage zu finden, wie Communities im Netz gebaut werden und wie sie sich bilden (strukturieren), bzw. ob das Internet zu einem “mehr” an Gemeinschaft führt. Dabei geht es sowohl um eine wissenschaftlich-theoretisch Auseinandersetzung mit dem Problem als auch ganz praktisch um den Aufbau einer Konsumenten Community. Ich bin gespannt was sich von den ganzen web 2.0 Utopien da empirisch als haltbar erweist….Einen guten Überblick und ein paar Videos bietet das tumblelog berlinblase. Fotos gibt es von jkleske bei flickr. Mehr Infos zu Open Social gibt es hier und hier. Zum Thema Konsum und Community hier.Auch wenn ich nur kurz vorbei geschaut habe, fand ich es wieder sehr spannend und kommunikativ. Als Sozialwissenschaftler ist mein Blick zum Teil ein etwas anderer und meine Fragen gehen in eine andere Richtung, als die der Entwickler, Gründer, Berater und…. – aber das macht die Sache erst spannend!(… und ich kann mich der web 2.0 Elite zugehörig fhlen…..)
In Bamberg findet zur Zeit der Workshop “Das neue Netz” statt. Leider habe ich keine Zeit direkt vor Ort zu sein, aber das ist ja heute zum Glück kein Problem mehr.Neben der Präsentation von Jan Schmidt, der “Eine kurze Geschichte des Web 2.0” erzählt, finde ich die Ergebnisse von Leonard Reinecke und Sabine Trepte interessant. Ihre empirische Studie zum Thema Privatheit, Intimsspähre und Werten im Umgang mit user-generated-content geht der Frage nach, wie sich Web 2.0 affine Internetbenutzer von Personen unterscheiden, die weniger user-generated-content nutzen.
Wer kennt Bebo oder ist sogar Mitglied?Wie ich heute in einer Pressemitteilung von commscore lesen durfte, ist Bebo (18. Mio Nutzer) nämlich das am häufigsten besuchte social-network in Europa.Kurz gesagt: MySpace ist immer noch das größte social-network der Welt (114 Mio. Besucher) aber die direkte Konkurenz, die MySpace vom Thron stoßen könnte, wächst schneller: Facebook 52 Mio. Besucher und 270 % Wachstum im Zeitraum von Juni 2006 bis Juni 2007. MySpace muss sich mit vergleichsweise bescheidenen 72 % zufrieden geben.Richtig interessant wird es aber, wenn man sich das kleinste der sieben untersuchten Netze anschaut – Tagged. Die wachsen mit unglaublichen 774 % und haben nun 13 Mio. Nutzer, bei täglich 983.000 Besuchern auf der Seite. Das besondere an Tagged ist, dass es im Vergleich zu den Platzhirschen eine relativ ausgewogene globale Verteilung der Nutzer aufweist. Während MySpace (62,1 %) und Facebook (68,4 %) etwas für die über 15 jährigen in Nordamerika ist und Friendster (88,7 %) in Asien die Zielgruppe bedient, verteilt sich das bei Tagged ebenso wie bei Hi5 (28. Mio Nutzer – 4,7 Mio. täglich), die in jeder der fünf untersuchten Regionen einen Besucheranteil von mindestens 8 % aufweisen, etwas gleichmäßiger. Der “executive vice president of international markets” von comscore:
During the past year, social networking has really taken off globally. Literally hundreds of millions of people around the world are visiting social networking sites each month and many are doing so on a daily basis. It would appear that social networking is not a fad but rather an activity that is being woven into the very fabric of the global Internet.
Wer sich weiter mit dem Thema und aktuelle Studien zu MySpace, Friendster & Co. befassen will, sollte hier vorbei schauen. Eine noch im Aufbau befindliche Bibliographie zu Social Network Sites. Zur Zeit noch sehr von Studien aus den USA geprägt, aber das soll sich noch ändern (mehr).
Never ending friending – so lautet der Titel einer aktuellen Studie, die sich mit Social Networking Seiten befasst. Im Klartext: Es geht um myspace. Wer nutzt es? Wie wird es genutzt? Wie wichtig ist myspace für seine Nutzer geworden? Wieviel Zeit verbringen die Nutzer damit?
So erstaunlich sind die Ergebnisse für mich nicht, aber es lohnt sich einen kurzen Blick in die Studie zu werfen.
- Percent of US online consumers who use social networking sites, by age
- How frequently each age group visits social networking sites
- Percent of each age group that visits major social networking sites at least weekly
- What activities youth do on a social networking site
- Attitudes about social networking sites, e.g. how much they rely on social networking sites to keep in touch with friends, broken out by age and use frequency
- Interest in marketer profiles on social networking sites, by age and use frequency
Klaus Allerbeck:
Der Zugang zu den Spielen ist völlig unproblematisch und leichter, als eine Flasche Wodka an der Tankstelle zu kaufen. (…) Die Altersgrenzen schaffen gerade die Anreize.
Wer hätte das gedacht…
Zu den möglichen Folgen die daraus entstehen können siehe hier.
Am nächsten Wochenende (9. und 10. Juni) findet in Hamburg das erste Barcamp statt.
Barcamp ist eine Ad-hoc-Nicht-Konferenz (engl. Un-Conference), die aus dem Bedürfnis heraus entstanden ist, dass sich Menschen in einer offenen Umgebung austauschen und voneinander lernen können. Es ist eine intensive Veranstaltung mit Diskussionen, Präsentationen, und Interaktion der Teilnehmer untereinander.
Leider ist die Teilnehmerliste bereits voll, aber wenn ich Zeit finde werde ich meinen Bruder besuchen und mich hoffentlich irgendwie reinschleichen… Ich hatte bereits letztes Jahr im September das Vergnügen am ersten Barcamp in Berlin teilnehmen zu dürfen. Dabei fand ich es großartig, wie ohne ein festes Programm und ohne feste Spreche 2 Tage lang diskutiert, präsentiert und produktiv gerabeitet wurde. Ich kann daher nur jedem empfehlen sich selbst ein Bild davon zu machen!
Eine weiter Veranstaltung auf die ich Hinweisen möchte, ist das Festival zu “Wir nennen es Arbeit“. Das Programm steht noch in den Sternen, aber es wird vom 23. bis 26. August, 9to5, also einem verschobenen Normalarbeitstag, im fancy Radialsystem an der Spree stattfinden.
Eine Branchenmesse für Menschen, die auf keine Branchenmesse gehen würden, eine internationale Leistungsshow der Prokrastination und Selbstorganisation, eine Austauschplattform für Menschen, die so arbeiten, wie sie leben wollen.